Packendes Halbfinale in München

Mit Spannung wurde das zweite Halbfinale um den Einzug in den Ladiesbowl 2017 erwartet. München trat als ungeschlagener Südmeister an, während sich die Hauptstädterinnen einen Ausrutscher in Hamburg geleistet hatten und dadurch nur Zweiter der Nordgruppe wurden. Das Spiel fand am 9. September um 15 Uhr im Münchener Dantestadion statt. Bereits knapp eine Woche zuvor qualifizierten sich die Mainz Golden Eagles Ladies für die Teilnahme am Endspiel.

 

Da das Halbfinale auf einen Samstag fiel und die Ladies bekanntlich freitags trainieren, wurde kurzerhand beschlossen, direkt im Anschluss an das abendliche Training in Richtung Süden aufzubrechen. Vor dem Training ahnte das Team noch nicht, welche Abenteuer diese Reise mit sich bringen würde. Bereits zwei Wochen zuvor stand fest, dass einige Starter aus persönlichen und beruflichen Gründen am Spieltag nicht mit nach München reisen konnten. Am Abend der Abreise flatterten dann noch weitere Absagen sowohl für das abendliche Training als auch für die Teilnahme am Halbfinale herein. Dies bereitete OC Lukasz Kroll und DC Sebastian Pecher eine gebürtige Portion Kopfschmerzen. Sowie in der Offense als auch in der Defense mussten kurzfristig notwendige Anpassungen durchgeführt werden.

 

Direkt nach dem letzten Training und einer tollen Motivationsansprache der Coaches traten die Ladies um 23 Uhr die Fahrt nach München an. Die geplante Ankunft um 8 Uhr und das anschließende Frühstück mussten jedoch zunächst verschoben werden. Denn gegen 6.30 Uhr morgens bemerkte der Busfahrer auf der Autobahn, dass irgendetwas mit dem Bus nicht stimmte. Daraufhin stoppte er den Bus in einer Haltebucht und die Ladies hatten für die nächsten 3 Stunden die Aussicht auf das in geringer Entfernung stehende Autobahnschild „München 34 km“. Und wieder sahen sich die Verantwortlichen gezwungen umzuplanen und den kompletten Ablauf umzustellen. Nachdem die Keilriemen repariert waren, durfte der Bus endlich weiterfahren. Um 10.30 Uhr am Dantestadion angekommen ging es zunächst zum leckeren Frühstück ins Cafe Melange. Anschließend nahm alles seinen gewohnten Gamedaylauf.

 

Berlin trat stark geschwächt mit 23 Spielerinnen an, was ihre Motivation jedoch nicht im Geringsten schmälerte. Pünktlich um 15 Uhr ging es zum Coin Toss, den die Berlinerinnen gewannen und ihre Wahl auf die zweite Halbzeit verschoben. Die Defense durfte gleich zu Anfang zeigen, warum sie seit vielen Jahren eine der besten in der Liga ist. Perfekt vom DC vorbereitet wusste die Defense, dass sie viele Powerläufe zu erwarten hatte. Die ersten Läufe wurden erfolgreich gestoppt, während im dritten Versuch der RB der Münchener #25 Anni Sailer über die weite Seite bis in die Endzone lief. Aufgrund der Strafe gegen die Münchener Offense zählten die Punkte jedoch nicht. Doch dieser Spielzug war aus Sicht der Berliner Defense wahrscheinlich der bedeutendste im gesamten Spiel. Er offenbarte der Defense die Taktik der Münchener Offense, so dass ihre Aufstellung zwar minimal, jedoch erfolgreich darauf anpassen konnten. Die Defense erledigte weiterhin in Ruhe ihren Job, so dass die Offense aufs Feld kam. Auch Berlin setzte zunächst vermehrt auf den Lauf. #24 RB Suse Erdmann setzte sich mit dem Lederei in der Hand durch die Münchener Defense durch, brach mehrere Tackles und machte ihren ersten TD der Partie. Stand 00:06. Die anschließende 2PC schlug fehl.

 

Auch im zweiten Quarter war es # 24 RB Suse Erdmann, die den Weg in die Endzone fand und so den zweiten TD auf ihr Konto schrieb. An der Stelle muss auch in diesem Spiel ein Lob an die Berliner Offenseline ausgesprochen werden. Sie leistete einen exzellenten Job, öffnete die Gaps für die RBs und ließ keinen Sack zu.

 

München kämpfte weiter und sah sich gezwungen ihre Offense immer wieder umzustellen. Doch die Defense meisterte diesen Tag und machte alle Gaps zu. Die Gastgeber mussten nun vermehrt auf den Pass setzen und standen damit üerraschend am Ende des 2. Quarters kurz vor der Berliner Endzone. Die Defense hielt jedoch das Haus sauber und so verabschiedeten sich beide Teams mit dem Spielstand 00:12 in die Halbzeitpause.

 

Gleich zu Beginn des 3. Quarters kamen die Gäste mit der Offense aufs Feld, konnten jedoch trotz eines schönen Mix aus Pass und Lauf keine Punkte erzielen. München brauchte unbedingt Punkte und setzte weiterhin auf Pass, da die Berliner das Laufspiel der Münchener im Griff hatten. So sah #13 QB Karin Wald ihren Receiver #4 Julia Meier in der Nähe der Berliner Endzone und warf einen tiefen Pass auf sie – TD. In der anschließenden 2PC versuchte es München erneut mit viel Power durch die Mitte. Doch die Berliner Defense stoppte den RB im Backfield. Neuer Spielstand 06:12.

 

Zu Anfang des 4. Quarters gelang der Defense erneut eine sehenswerte Aktion. Mit Blitzen der Linebacker wurde so viel Druck auf den Münchener Angriff ausgeübt, dass es schließlich zu einem Fumble bei der Ballübergabe an der Münchener 5-Yardline kam, den die Berlinerinnen recoverten. Diese Gelegenheit nutzte # 24 RB Suse Erdmann, indem sie mit dem Ball durch die Mitte in die Endzone lief. Die anschließende 2PC schlug erneut fehl. Neuer Spielstand 6:18.

 

München suchte nach einer Lösung und setzte immer wieder auf das Passspiel, um den Rückstand schnellstmöglich zu verkürzen. So fing bei einem der riskanten Münchner Passversuche unsere # 56LB Alissa Wein eine Interception und machte damit alle Hoffnungen der Gastgeberinnen zunichte. Anschließend hielten die Schiedsrichter die Uhr an, um das 2-Minute-Warning anzusagen. Die Berliner Offense kam zum letzten Mal aufs Feld und kontrollierte bis zur letzten Sekunde die Uhr. Endstand 06:18. Finale!!!

 

Die Kobra Ladies haben an diesem Tag eine unglaubliche Teamleistung gezeigt und das Spiel als Einheit gewonnen.

 

Ein besonderer Dank geht an die wenigen mitgereisten fleißigen Helfer, unsere tollen Teamärzte Karsten Fischer und Jacki Conrad und natürlich an die Erlangen Sharks Ladies für die tatkräftige Unterstützung von der Tribüne aus.