Kobra Ladies gewinnen Halbfinale

Die Berlin Kobra Ladies stehen erneut im Finale der 1. Damenbundesliga. Zwischen der siegreichen regulären Saison in der DBL-Gruppe Nord und dem Finale am kommenden Wochenende stand am 2. September im heimischen Stadion Wilmersdorf jedoch ein hart erkämpfter 27:14-Halbfinalsieg gegen den Wiederaufsteiger Cologne Falconets.

Die Kölnerinnen stiegen zur Saison 2018 in die 1. Damenbundesliga auf und wurden der DBL-Gruppe Süd zugeteilt, die sie hinter den Munich Cowboys Ladies als Zweitplatzierte beendeten. Während das Hinspiel noch durch eine 20:00-Wertung für die Bayerinnen entschieden wurde, konnten die Falconets das Rückspiel mit 18:02 für sich entscheiden. Überhaupt liest sich die Defense-Statistik der Domstädterinnen beeindruckend: Lediglich 5 Spielpunkte wurden in der regulären Saison zugelassen. Allerdings spielt darin auch der Rückzug der Mainz Golden Eagles Ladies in der laufenden Saison eine Rolle, deren Spiele allesamt mit 20:00 für den jeweiligen Gegner gewertet wurden. Aber auch im vor dem Rückzug absolvierten Spiel gegen die Mainzerinnen ließen die Falconets lediglich 2 Touchdowns der noch amtierenden Vizemeisterinnen zu.

Die Kobra Ladies waren also gewarnt und stellten sich auf einen schweren Gegner ein. Nachdem die Defense der Hauptstädterinnen ein erstes Zeichen setzte und die Falconets nach deren ersten Angriff punktelos vom Feld schickte, ließ Head Coach und Offense Coordinator Lukasz Kroll seine Offense mit einem Mix aus Lauf und Pass das Feld herunter marschieren. Die Läufe über die beiden Running Backs #23 Jessica Sonneberg und #24 Suse Erdmann sorgten dabei immer wieder für Freiräume, die durch Pässe ausgenutzt werden konnten. Das Team belohnte sich dann auch gleich im 1. Quarter durch einen Lauf von #24 Suse Erdmann und erfolgreichem PAT zum 07:00 mit den ersten Punkten. Es dauerte nur einen Drive der Falconets, ehe das Angriffsrecht wieder wechselte und #24 Suse Erdmann abermals in der gegnerischen Endzone auftauchte.

Dass die Falconets auch nach dem 14:00 noch lange nicht bereit waren die Flügel zu strecken, machten sie noch vor der Halbzeit deutlich. Die Berliner Defense hatte alle Mühe, die kraftvollen Läufe der Kölner Running Backs zu stoppen. Ein Lauftouchdown und die anschließende Two Point Conversion waren die logische Folge. Als dann auch noch ein langer Pass an die Frau gebracht werden konnte, stand zwischenzeitlich ein 14:14-Unentschieden zu Buche.
Für die Halbzeitführung von 20:14 sorgte kurz vor Ende des 2. Quarters Wide Receiver #85 Jule Hollerbaum, die nicht nur den für sie bestimmten Pass einhändig fing, sondern anschließend auch ihrer Gegenspielerin bis in die Endzone auf und davon lief.

Die kurze Regenerationsphase in der Halbzeitpause wurde nur allzu gerne genutzt, um sich von dem aggressiven Spielstil der Kölnerinnen ansatzweise zu erholen. Nach dem Wiederanpfiff zeigte die Defense der Kobra Ladies, dass auch mit ihnen nicht zu spaßen ist. Defense Coordinator Imke Steinmöller verstand es, ihre Verteidigungswaffen so einzusetzen, dass das variable Playcalling der Gäste nicht in Punkte transformiert werden konnte. Einzelleistungen wie der durch Linebacker #49 Stepanida Chepkasova gesicherte Fumble sorgten für weitere Entlastung, so dass die Berliner Endzone in der 2. Halbzeit bis zum Schlusspfiff sauber gehalten werden konnte.

Auf der anderen Seite des Balls war es schließlich die Offense Line, die nach dem intensiven Spiel nicht nur jeden einzelnen Knochen und Muskel spüren sollte, sondern auch dafür sorgte, dass #24 Suse Erdmann abermals per Lauf punkten konnte. Im Anschluss wurde die Uhr kontrolliert, ehe man mit dem Abpfiff über den Einzug in den Ladiesbowl XXVII und damit die 13. Finalteilnahme in Folge jubeln durfte.

Der diesjährige Ladiesbowl wird am 23. September 2018 in Erding stattfinden (Am Stadion 1, 85425 Erding). Im 27. Endspiel im deutschen Frauenfootball treffen die Kobra Ladies auf die zuvor genannten Munich Cowboys Ladies, die sich im 2. Halbfinale gegen die Hamburg Amazons durchsetzen konnten. Die Cowboys Ladies konnten sich bereits zweimal zum deutschen Meister krönen. Bei ihrem letzten Titel 2006 gewannen sie mit 41:14. Damals hieß der Gegner Berlin Kobra Ladies. Höchste Zeit also für eine Revanche.

 

Mehr Momentaufnahmen wie immer unter oneeyeview.de