Ladies feiern den 12. Titel vor heimischem Publikum

Mit dem 26:24 im Ladiesbowl XXVIII gewinnen die Berlin Kobra Ladies ihre 12. Meisterschaft in 15 Jahren und krönen damit ein so anstrengendes wie erfolgreiches Spieljahr 2019. Den zahlreich erschienenen Zuschauern boten beide Teams dabei eines der spannensten Endspiele der letzten Jahre.

Die Kobra Ladies stellten in dieser Saison die stärkste Offense der gesamten Damenbundesliga (DBL) und zogen ohne Niederlage in den Ladiesbowl ein, nachdem sie im Halbfinale die stark spielenden Cologne Falconets bezwangen. Zeitgleich konnten die Stuttgart Scorpions Sisters in ihrem Halbfinale die Hamburg Amazons mit 16:00 besiegen und zogen somit als Aufsteiger aus der DBL2 erstmals ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein.

Hier erwarteten sie nicht nur die Rekordmeisterinnen, sondern auch eine Zuschauerkulisse von über 1.200 Footballfans. Eine dadurch hervorgerufene etwaige Nervosität ließen sich beide Teams jedoch nicht anmerken, denn nachdem Head Referee Danica Barth zusammen mit ihrer rein weiblichen Schiedsrichtercrew das Finale angepfiffen hatte, legte vor allem Stuttgart mit ihrer Offense erstmal los. Durch den Mix aus Lauf und Pass stand man schon kurz vor der Berliner Endzone, ehe die Defense der Kobra Ladies schlimmeres verhinderte. So reichte es zunächst nur zu einem verwandelten Field Goal aus 20 Yards Entfernung.

Die Kobra Ladies  hatten aber nicht vor, lange in Rückstand zu bleiben. Nach dem erneuten Kick Off war es Runnigback #24 Susanne Erdmann, die den Ball über beinahe 90 Yards zum ersten Touchdown des Spiels in die Stuttgarter Endzone trug. Stuttgart musste nach dem anschließenden Ballbesitz gleich wieder punten, doch auch die Kobra Ladies gaben den Ball danach ohne Punktgewinn ab. Gerade als sich die Scorpions Sisters per Pass daran machten, die Berliner Endzone aufzusuchen, funkte Linebacker #25 Ariane Parusel dazwischen, fing einen Pass ab und sprintete mit dem Ball in der Hand zum 13:03.

Dann folgte ein defensedominiertes zweites Viertel, in dem beide Teams vierte Versuche vergeblich ausspielten. Die Verteidigungen liefen warm und sorgten dafür, dass sich die gegnerischen Ballträger und -fänger nicht allzu wohl zu fühlen schienen. Zu allem Überfluss missglückte auf Seiten der Kobra Ladies auch noch ein Fieldgoalversuch aus 25 Yards. So ging es mit 10 Pünktchen Vorsprung in die Halbzeit.

20 Minuten später betrat man das Feld erneut, um mit dem Kickoff Return zu starten. Selbigen trug #85 Jule Hollerbaum auch gleich mal bis an die Mittellinie zurück, von wo aus Quarterback #88 Natalie Schlittermann sich ans Bälleverteilen machte. Einen davon fing Wide Receiver #2 Leonie Heyde und legt damit anschließend gleich noch die fehlenden 37 Yards in die Endzone zurück, was eine vermeintlich komfortable 20:03-Führung bedeutete. Als Stuttgart nach wiederholten Angriffsrechtswechseln abermals per Pass angreifen wollte, fing Defensive Back #4 Nadja Pechmann den Ball ab. Einen Passfang durch Wide Receiver #13 Karin Wald später bauten die Hauptstädterinnen die Führung sogar auf 26:03 aus und der 5. Titelgewinn hintereinander schien in trockenen Tüchern.

Das jetzt eingeläutete letzte Quarter sollte allerdings dafür sorgen, dass die Trockenheit dieser Tücher nur von kurzer Dauer war, denn auf Seiten der Kobra Ladies und der farblich entsprechend gekleideten Fans geriet man dann doch nochmal gehörig ins Schwitzen. Zunächst retournierte Stuttgart eine Interception zum 26:10, legte dann einen erfolgreichen Onside Kick hin, sneakte mit dem Quarterback anschließend zum 26:16 in die Endzone und fing in der Folge gleich nochmal einen Pass ab. Als dann auch noch der Ball zum 26:22 in der Berliner Endzone gefangen wurde und zu allem Überfluss die Two Point Conversion erfolgreich war, war der Vorsprung der Kobra Ladies innerhalb von 3 Minuten auf magere 2 Punkte zusammengeschmolzen.

Die Antwort der Kobra Ladies hieß: Laufen. Mit allem, was in diesem Jahr die Hantelbank wenigstens angeguckt hatte, stellten sich die Berlinerinnen auf den Platz und liefen mit zwei Fullbacks und der Offense Line voran den Ball Stück für Stück über das Feld. Der Vorteil war, dass dadurch die Uhr zugunsten der Kobra Ladies runterlief. Der Nachteil war, dass man trotz aller Anstrengung die Endzone nicht ganz erreichte. Der nächste Vorteil war, dass Stuttgart von kurz vor der eigenen Endzone stand und nur noch wenig Zeit verblieb. Der Nachteil war, dass Stuttgart passen konnte. Der finale Vorteil für die Kobra Ladies war, dass #4 Nadja Pechmann abermals aufpasste und mit ihrer zweiten Interception an diesem Tag die Angriffsbemühungen der Scorpions Sisters und das Spiel beendete.

Damit war der Weg frei für Jubeleien, Feuerwerk und die Übergabe der Pokale. Auf Seiten der Kobra Ladies wurde Nadja Pechmann als MVP ausgezeichnet, teilte sich die Auszeichnung inoffiziell aber freiwillig und liebend gerne mit Ariane Parusel. Anschließend nahmen die Team Captains den Siegerpokal in Empfang und zwischen Feuerwerk, Sektduschen und Goldschlangenkonfetti durften sich die Berlin Kobra Ladies mit ihrem 12. Stern schmücken.

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